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Schulinterne Lehrerfortbildung    31. Januar 2012    BMS-Zürich
Remo Häuselmann und Hanspeter Lutz
 
 

815     Begrüssung

830     Vortrag von Prof. Dr. rer. nat. Beat Lutz

          Über die Erforschung und die Wirkung von THC anschliessend Diskussion
945        Pause

1015    Vortrag von Prof. Dr. rer. nat. Thomas Krämer

           Über den Nachweis von Drogen anschliessend Diskussion

1130    Abschluss der Morgenveranstaltung

 

 

Erforschung und die Wirkung von THC

 

 

 

 

Herkunft Cannabis  

Frühgeschichte und Antike

Hanf (Cannabis sativa L.) wurde in China schon seit Langem genutzt. Ma, wie die Chinesen den Hanf nannten, lieferte ihnen nicht nur wohlschmeckende und nahrhafte Samen, auch die Stängel mit ihren besonders langen und nahezu unverwüstlichen Fasern wusste man schon früh zu schätzen. Bereits im Shen nung pen Ts'ao king, einem frühestens 2800 v. Chr., aber eher zwischen 300 v. Chr. und 200 n. Chr. verfassten chinesischen medizinischen Text, beschreibt der Autor, wie Hanf als Heilmittel gegen Malaria, Rheuma und viele andere Unpässlichkeiten eingesetzt werden kann.

In einem 2700 Jahre alten Grab der in China bestehenden Gushi-Kultur wurde ein ausschließlich mit stark psychoaktiven Cannabisblüten gefüllter Behälter als Teil der Grabbeigabe entdeckt.

 

CB1-Rezeptoren

 

CB1-Rezeptoren sind in einer Vielzahl von Hirnregionen in großer Menge vorhanden. Darunter befindet sich eine als Amygdala oder Mandelkern bezeichnete Struktur, die entscheidend in kognitive und emotionale Prozesse einbezogen ist. 

Aus einer Reihe von Humanstudien ist bekannt, dass die Amygdala bei der Präsentation Angst auslösender Reize aktiviert wird. Diese Aktivität nimmt jedoch rasch wieder ab: In den Untersuchungen war bei Phobikern der Durchblutungsgrad des Amygdalakomplexes, der eine gesteigerte neuronale Aktivität anzeigt, im Vergleich zu dem normaler Versuchspersonen erhöht.
 
THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol), die psychoaktive Komponente aus Cannabis sativa, und Anandamid, das in unserem Gehirn als Neurotransmitter vorkommt, binden beide an den gleichen Cannabinoid-Rezeptor. Dieser Rezeptor gehört zu den im Gehirn am stärksten exprimierten Rezeptormolekülen, d.h. sein Gen wird besonders häufig abgelesen und entsprechend viele Moleküle werden produziert. Die Bindung von THC oder Anandamid an den Cannabinoid-Rezeptor bewirkt, dass die Neuronen weniger leicht erregbar werden.





  Mäuse ohne CB1-Rezeptor können Abneigung auslösende Erlebnisse nicht "vergessen". Den Versuchstieren wurde nach erfolgreicher Assoziation eines Tonsignals mit einem unangenehmen Reiz der Ton an den darauffolgenden Tagen erneut präsentiert, diesmal jedoch ohne Bestrafung. Während sich die Kontrolltiere in zunehmendem Maße an die neue, ungefährliche Situation anpassen und eine stetige Abnahme der Angstreaktion (Starre) auf den Ton zeigen, sind CB1-defiziente Tiere dazu nur sehr eingeschränkt in der Lage.

THC und Nervenwachstum

 

 
 

Über den Nachweis und Wirkung von Drogen

 

Spice

Spice ist die Verkaufsbezeichnung für eine Droge, die aus synthetischen Cannabinoiden sowie verschiedenen getrockneten Pflanzenteilen besteht. Verwendung findet Spice insbesondere als Ersatz für Cannabisprodukte. Laut Hersteller (die Londoner Firma Psyche Deli) soll die berauschende Wirkung auf der Kombination bestimmter natürlicher Inhaltsstoffe beruhen. In verschiedenen Analysen konnten jedoch mehrere synthetische cannabinoidmimetische Wirkstoffe (CP-47,497, JWH-018, JWH-019, HU-210[1]) nachgewiesen werden. In verschiedenen Ländern wurden deshalb seit Dezember 2008 Verbotsverfahren eingeleitet, unter anderem in Österreich und Deutschland ist seitdem der Handel mit Spice verboten.

Ecstasy

MDMA steht für die chirale chemische Verbindung 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin. MDMA gehört strukturell zur Gruppe der Amphetamine. MDMA ist als Ecstasy weit besser bekannt, obwohl die Droge Ecstasy nicht auf MDMA als Inhaltsstoff festgelegt ist und daher auch andere Inhaltsstoffe enthalten kann.

MDMA, insbesondere Dextro-MDMA, wirkt im Zentralnervensystem als Releaser (Ausschütter) der endogenen Monoamin-Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin, und mit etwas schwächerer Wirkung auch Dopamin,[20] was zu einem unüblich erhöhten Spiegel dieser Botenstoffe im Gehirn führt. Diese Transmitter prägen entscheidend die Stimmungslage des Menschen. Zu Details der Release-Wirkung siehe auch Pharmakologie des Amphetamins. Beide Enantiomere (Dextro-/Levo-MDMA) tragen in etwas unterschiedlicher Weise zur charakteristischen Wirkung des MDMA bei.

Nachmittagsveranstaltungen

1.    medica , Hottingerstrasse 9, 8032 Zürich 
MEDIZINISCHE LABORATORIEN Dr. F. KAEPPELI AG
Einblick in die professionelle Analyse von Proben (Drogen etc.)

2.    Laborrundgang MRI-Zentrum, ETH Zürich/UNISpital
Dr. Roger Lüchinger

Bilder vom Körperinnern (spez. Gehirn)

3.    Institut für Pharmakologie und Toxikologie UNI-Irchel

Prof. Dr. Michael Arand,
Prof. Dr. phil. nat. Jean-Marc Fritschy
Prof. Dr. Hanns Ulrich Zeilhofer4.

4.     Institut für Klinische Chemie UNI-Spital

Prof. Dr. med. Arnold von Eckardstein, Forschungsschwerpunkt: Risikofaktoren und Biomarker von kardiometabolischen Erkrankungen.

5.    Bei der Führung werden Sie die folgenden Forschungsabteilungen kennenlernen


1400 - 1430 Abteilung Funktionelle Neuroanatomie (Prof. Wolfer)
1430 - 1500 Abteilung Molekulare Anatomie (Prof. Loffing)
1500 - 1530 Abteilung Zentrum für Evolutionäre Medizin (Prof. Rühli)